Dicke Luft…

Dicke Luft…

…war vor 2 Wochen im wahrsten Sinne des Wortes. Wir hatten Spitzenwerte in Sachen Luftqualität am Abend.
Aber alles von Anfang an. An diesem Donnerstag gab es eine Fortbildung zum Thema “Managing in Foreign countries” in dem reichen Stadtviertel von Pudong. Während dem Seminar konnte man zusehen, wie die Häuserzeilen langsam in einem dichten Nebel verschwanden. Am Anfang dachte ich auch, es wäre Nebel oder einfach schlechtes Wetter, bis ich die Werte auf der Luftqualitätsapp gesehen hab….

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Der Spitzenwert waren an diesem Tag sagenhafte 294. Ab einem Wert von höher als 300 spricht die App von “Hazardous”, man solle nicht unbedingt nach draußen gehen. Ein Kursteilnehmer von Siemens ist am Ende des Seminars mit Atemmaske aus dem Gebäude gegangen, wir vier hatten da natürlich keine dabei. Nach den 15 Minuten an der Luft hat man den Smog auch richtig geschmeckt, wobei man hier nicht wirklich von Geschmack reden kann. Bildhaft könnte man sagen, man hat ein Industrieviertel im Mund. Andere haben auch von einem “Belag” auf der Zuge berichtet, wo man die Verschmutzung wirklich sehen kann. Deswegen sind wir auch auf kürzesten Weg zur U-Bahn, noch schnell was fürs Frühstück mitgenommen und den Abend dann im Appartement verbracht. Das war mal Smog, wie man ihn sonst nur in den Aufzeichnungen gefunden hat. Eine Erklärung, warum der Smog an diesem Tag so extrem war, haben wir auch nicht gefunden: es war weder übermäßig viel Verkehr, noch eine spezielle Wetterlage. In diesem Sinne: nicht über die 50 in München beschweren, sondern tief einatmen und die Luft genießen!

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Trotz dieser Werte laufen die Shanghainesen aber kaum mit einer Atemmaske vor dem Gesicht herum. Gefühlt spielt sich das Leben so ab wie immer, man sieht halt die Sonne nicht mehr und das Wetter verursacht diesen komischen Beigeschmack. Ab und zu läuft einem ein anderer Expat über den Weg, der eine Maske trägt, aber ansonsten… Fehlanzeige. Wenn ein Local eine Maske trägt, dann eine Art OP-Maske, die nach vorne zwar wie ein Schutz aussieht, aber an den Seiten offen ist. Wir mutmaßen, dass es ein Schutz für die Mitmenschen ist, wenn man selbst krank ist. Durch die Maske verhindert man vielleicht eine Tröpfcheninfektion bei anderen Passanten, wenn man niest oder hustet. Interessanter Gedanke. Wäre das in Deutschland auch vorstellbar?

1 Kommentar

Im Dezember/ Januar herrschte auch eine dicke Smog-Wolke in Ningbo (und vielen anderen Städten Chinas). Diese Wolke kam wohl aus dem Norden und zog über halb China. Zum Glück ist bei uns jetzt wieder alles klar. Das mit den OP Masken kenne ich auch, viele tragen auch Stoffmasken. Also die Chinesen (meine Schwiegereltern zumindest) denken wirklich, dass man damit sicherer durch die Straße läuft. Schutz vor Bakterien, schlechte Luft usw. Aber um ehrlich zu sein…das hilft nicht wirklich viel, meiner Meinung nach…
Als dieser Smog bei uns auftauchte kam auch in den Nachrichten, dass man am Besten das Haus nicht mehr verlassen sollte. Naja, dann dachte ich mir halt, heute gehe ich mal nicht zur Arbeit…ein Tag später fragt der Herr Kollege mich, warum ich denn nicht zur Arbeit gekommen sei… ich antwortete nur, naja Smog ne? Und er nur: hmpf… Also für die Chinesen sind solche Tage wohl normale Tage.
Ich hoffe für dich, dass der Smog ganz schnell wieder vorbei zieht.

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